300 Tonnen Müll: RhineCleanUp räumt Rhein in RLP auf
300 Tonnen Müll: RhineCleanUp räumt Rhein in RLP auf
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Zehntausende Freiwillige haben am zweiten Samstag im September entlang des Rheins und weiterer Flüsse in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Müll gesammelt. Der jährliche Aktionstag „RhineCleanUp“ findet seit 2018 statt. In diesem Jahr bot das Niedrigwasser des Rheins besondere Bedingungen: Der abgesunkene Pegel legte Abfälle frei, die teils seit Jahrzehnten im Fluss lagen.
Über 300 Tonnen Müll erwartet
Joachim Umbach von der Initiative RhineCleanUp meldete nach dem Aktionstag eine Gesamtmüllmenge von 250 Tonnen. Die endgültige Bilanz soll noch höher ausfallen. Da einige Gruppen ihren Einsatz auf die Folgewoche verschoben hatten, rechnet die Organisation mit über 300 Tonnen gesammeltem Müll.
Das Niedrigwasser machte viele große und schwere Gegenstände sichtbar, die bei normalem Pegelstand unter der Wasseroberfläche liegen. Freiwillige fanden Objekte, die mutmaßlich seit Jahrzehnten im Rhein lagen.
Munition als besondere Gefahr
Die Organisatoren warnten ausdrücklich vor Munitionsfunden. Wer beim Sammeln auf verdächtige Metallgegenstände, alte Handgranaten oder ähnliche Objekte stößt, soll diese keinesfalls anfassen. Der Fund muss sofort der Polizei gemeldet werden. Das Niedrigwasser legt neben Plastikmüll und Haushaltsabfällen auch Kriegsrelikte aus dem Zweiten Weltkrieg frei, die im Rheinbett liegen können.
Was Sammler beachten müssen
Wer an Rheinufern in Rheinland-Pfalz Müll sammelt, sollte festes Schuhwerk tragen. Das freigelegte Flussbett kann bei Niedrigwasser rutschig und instabil sein. Scharfkantige Gegenstände erfordern stabile Handschuhe. Verdächtige Funde dürfen nicht bewegt werden. Die Polizei ist in solchen Fällen zuständig.
53.000 Müllteile täglich am Rhein
Eine Studie der Universitäten Bonn und Tübingen, erstellt in Zusammenarbeit mit der Organisation K.R.A.K.E., zeigt das Ausmaß der Belastung. Demnach passieren täglich über 53.000 Müllteile mit einem Gesamtgewicht von rund 5,9 Tonnen den Rhein bei Köln und Düsseldorf. Jedes Jahr kommen weitere Mengen hinzu, vor allem über Zuflüsse und Ufer.
Müll, der an den Ufern eingesammelt wird, gelangt nicht in den Fluss und von dort nicht in die Nordsee. Der Aktionstag versteht sich als direkte Maßnahme gegen die Vermüllung der Weltmeere.
Rheinland-Pfalz als zentraler Aktionsraum
Der Rhein durchquert Rheinland-Pfalz auf rund 110 Kilometern. Von Bingen über Koblenz bis zur Grenze nach Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Einsatzorte für Freiwillige. Auch Nebenflüsse wie Mosel, Nahe und Lahn sind Teil des Aktionsgebiets.
Gruppen aus Mainz, Koblenz und dem Mittelrheintal beteiligten sich an der Aktion. Viele Teilnehmer kamen als Familie, Schülergruppe oder Vereinsmitglied. Die Organisation koordiniert die Einsätze und stellt Sammelmaterial bereit.
Engagement mit Wirkung, aber Vorsicht nötig
Der RhineCleanUp sammelte in diesem Jahr über 300 Tonnen Müll aus dem Rhein und seinen Ufern. Das Niedrigwasser verschaffte den Freiwilligen Zugang zu Abfällen, die sonst verborgen bleiben, machte die Aktion aber auch gefährlicher. Munitionsfunde sind am Rhein kein seltenes Phänomen. Wer teilnimmt, sollte aufmerksam und umsichtig vorgehen.