Belgischer Waldbrand: Giftige Rauchwolken über der Eifel
Belgischer Waldbrand: Giftige Rauchwolken über der Eifel
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Rund 1.600 Hektar Wald und Torf stehen im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn in Flammen. Der Wind treibt die Rauchwolken seit dem Nachmittag des 15. August direkt in die rheinland-pfälzische Eifel. Die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm sind besonders betroffen. Auch entlang der Mosel ist beißender Brandgeruch wahrzunehmen.
Warnung vor extremen Brandgasen
Das Polizeipräsidium Trier hat die Bevölkerung ausdrücklich gewarnt. Katastrophenschützer sprechen von einer extremen Gefahr durch Brandgase. An vielen Orten in der Eifel und an der Mosel liegt Asche in der Luft.
Die Behörden raten der Bevölkerung, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten Aufenthalte im Freien vermeiden. Warnmeldungen gelten für weite Teile von Rheinland-Pfalz.
Säubrennerkirmes in Wittlich unterbrochen
In Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurde die Säubrennerkirmes am Nachmittag des 15. August vorübergehend abgebrochen. Das Gelände wurde geräumt. Später konnte die Kirmes fortgesetzt werden.
Die Entscheidung zum Abbruch fiel wegen der dichten Rauchwolken und der Gefährdung der Besucher. Die Stadtverwaltung Wittlich reagierte damit auf die Empfehlungen der Behörden.
Feuer breitet sich rasant aus
Lage im Hohen Venn
Das Hohe Venn ist eines der größten Hochmoore Westeuropas und erstreckt sich über die belgisch-deutsche Grenze. Die Kombination aus Torf und trockenem Waldboden erschwert die Brandbekämpfung erheblich. Torfbrände können tief ins Erdreich eindringen und wochenlang weiterglimmen.
Im belgischen Teil des Naturgebiets stehen nach Polizeiangaben rund 1.600 Hektar Vegetation in Flammen. Die Zahl wurde im Laufe des Tages nach oben korrigiert. Zunächst war von 900 Hektar die Rede.
Evakuierungen auf deutscher Seite möglich
Die nordrhein-westfälische Stadt Monschau liegt direkt an der Grenze zum Hohen Venn. Die Stadtverwaltung bat Bewohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Ob Orte auf rheinland-pfälzischer Seite ebenfalls geräumt werden müssen, war zum Zeitpunkt der Meldung noch offen.
Parallel dazu brannte es im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen. Dort konnten einige Bewohner zwischenzeitlich in ihre Häuser zurückkehren.
Rheinland-Pfalz im Fokus
Die betroffenen Landkreise in der Eifel gehören zu den dünn besiedelten Regionen des Landes. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm grenzt direkt an Belgien und Luxemburg.
Die Feuerwehren in der Region stehen in erhöhter Alarmbereitschaft. Eine direkte Beteiligung rheinland-pfälzischer Einsatzkräfte an den Löscharbeiten auf belgischem Gebiet war zunächst nicht gemeldet.