Freie Wähler RLP: Koblenz fordert Parteitag nach Siefert-Austritt
Freie Wähler RLP: Koblenz fordert Parteitag nach Siefert-Austritt
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Der Kreisvorstand der Freien Wähler Koblenz stellt sich offen gegen die eigene Landesspitze. Auslöser ist der Parteiaustritt von Lennart Siefert, Oberbürgermeister der Stadt Lahnstein. Der Koblenzer Vorstand wirft der Parteispitze mangelnde Aufarbeitung des Wahldebakels von 2026 vor und fordert einen Landesparteitag.
Sieferts Abgang trifft die Partei hart
Lennart Siefert war kein gewöhnliches Parteimitglied. Er kandidierte 2016 und 2021 für die Freien Wähler im Landtag. Fünf Jahre lang war er Generalsekretär der Landespartei. 2021 wurde er als unabhängiger Kandidat zum Oberbürgermeister von Lahnstein gewählt. Sein Austritt hat deshalb besonderes Gewicht.
Der Koblenzer Kreisvorstand sieht in seinem Weggang ein Signal. Er spricht von mangelnder Handlungsfähigkeit der Landesspitze. Konkret fordert er den Rücktritt von Generalsekretär Daniel Klingelmeier. Dieser Rücktritt ist bislang ausgeblieben.
Koblenz wiederholt seine Forderung
Die Kritik aus Koblenz ist nicht neu. Bereits nach dem Austritt von vier Vorstands- und Gründungsmitgliedern der Kreisvereinigung Trier forderte Koblenz personelle Konsequenzen. Damals richtete sich die Kritik ebenfalls gegen Klingelmeier. Passiert ist seither nichts.
Nun wiederholt der Koblenzer Kreisvorstand seine Forderung: Ein Landesparteitag soll einberufen werden, um die Landtagswahl 2026 aufzuarbeiten und den Landesvorstand neu zu wählen. Die Partei hatte bei der Wahl den Wiedereinzug in den Landtag verpasst.
Landesvorstand unter Druck
Der bisherige Landesvorsitzende Stephan Wefelscheid hatte seinen Rückzug vom Landesvorstand angekündigt. Auch Parteivize Herbert Drumm und Schatzmeister Marco Degen wollen ihre Ämter niederlegen. Der Landesvorstand ist damit in einem Übergangszustand.
Genau das kritisiert der Koblenzer Kreisvorstand. Ohne gewählte Führung fehle der Partei die Handlungsfähigkeit. Ein Parteitag soll diesen Zustand beenden. Wann dieser stattfinden soll, ist derzeit offen.
Vertrauenskrise nach Wahlniederlage
Die Freien Wähler in Rheinland-Pfalz stecken in einer tiefen Krise. Der Verlust des Landtagsmandats war ein schwerer Rückschlag. Die Partei war seit 2011 im Landtag vertreten. Nun fehlt ihr die parlamentarische Bühne.
Die internen Konflikte verschärfen die Lage. Prominente Mitglieder treten aus, Kreisverbände üben offen Kritik, und die Landesspitze gilt als handlungsunfähig. Besonders im Raum Koblenz, der mit Siefert eine bekannte Persönlichkeit verloren hat, ist die Unzufriedenheit groß.
Die Freien Wähler sind bundesweit Mitglied der Europäischen Demokratischen Partei. Bei der Bundestagswahl 2021 erzielten sie mit 2,4 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis auf Bundesebene. In Rheinland-Pfalz kämpft die Partei derzeit ums Überleben als politische Kraft.
Die Partei muss sich neu sortieren
Der Druck aus Koblenz zeigt: Die Freien Wähler in Rheinland-Pfalz können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Basis verlangt Rechenschaft und eine neue Führung. Einen Landesparteitag hat die Landesspitze bislang nicht einberufen.