Gottesanbeterin in der Pfalz: Rekordsommer für Fangschrecken

Gottesanbeterin in der Pfalz: Rekordsommer für Fangschrecken

Der NABU meldet für 2026 Rekordzahl an Gottesanbeterin-Sichtungen in Deutschland, besonders in der Pfalz – das größte heimische Raubinsekt ist harmlos und gesch
Veröffentlicht am 13. August 2026
Gottesanbeterin in der Pfalz: Rekordsommer für Fangschrecken

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Wer in diesem Sommer in der Vorder- oder Südpfalz ein großes, grünes Insekt mit dreieckigem Kopf und erhobenen Vorderbeinen entdeckt, hat wahrscheinlich eine Gottesanbeterin vor sich. Der Naturschutzbund NABU meldet für das Jahr 2026 eine Rekordzahl an Sichtungen in Deutschland. Rheinland-Pfalz, mit Ausnahme der Eifel, gehört vollständig zum Verbreitungsgebiet der Fangschrecke.

Rekordsommer für eine ungewöhnliche Art

Die Gottesanbeterin ist das größte heimische Raubinsekt Deutschlands. Weibchen können bis zu acht Zentimeter lang werden. In diesem Sommer melden Bürgerinnen und Bürger die Tiere so häufig wie noch nie. Der NABU führt das auf die anhaltende Hitze zurück. Warme Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Tiere erheblich.

In der Pfalz war die Art schon länger bekannt, doch die Ausbreitung hat sich spürbar verstärkt. Das geschlossene Verbreitungsgebiet umfasst heute den gesamten Oberrheingraben, das Saarland und weite Teile von Rheinland-Pfalz. Nur die Eifel bleibt bislang ausgespart.

Ungefährlich, aber besonders geschützt

Viele Menschen erschrecken beim Anblick des Tieres. Die Gottesanbeterin ist für Menschen jedoch völlig ungefährlich. Sie ist weder giftig noch überträgt sie Krankheiten, und sie sticht nicht. In seltenen Fällen zwickt sie, wenn sie sich bedroht fühlt. Dieser Zwick ist für die Haut harmlos.

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Die Fangschrecke ernährt sich ausschließlich von Insekten und Spinnen. Ihre Vorderbeine sind zu Fangwerkzeugen umgebildet, mit denen sie blitzschnell zugreift. Für den Garten ist sie damit nützlich.

Trotzdem gilt: Die Gottesanbeterin steht unter besonderem Schutz. Das Einfangen oder Festhalten des Tieres ist verboten. Wer eine Gottesanbeterin im Garten entdeckt, sollte sie in Ruhe lassen und beobachten.

Was tun, wenn das Tier in der Wohnung landet?

Gottesanbeterinnen können fliegen, legen dabei aber nur kurze Strecken zurück. Dennoch verirren sie sich gelegentlich in Wohnungen, vor allem in den Abendstunden, wenn Lichtquellen sie anlocken.

In einem solchen Fall gilt: Ruhe bewahren. Das Insekt lässt sich vorsichtig mit einem Glas oder einer Schüssel einfangen und nach draußen bringen. Direktes Anfassen sollte man vermeiden, um das Tier nicht zu stressen. Wer einen Karton oder ein Geschirrtuch zur Hilfe nimmt, macht alles richtig.

Sichtungen melden und zur Forschung beitragen

Der NABU bittet alle Bürgerinnen und Bürger, Sichtungen zu dokumentieren und zu melden. Fotos helfen bei der genauen Bestimmung. Über die Plattform „Naturgucker“ oder die App „iNaturalist“ können Funde direkt eingetragen werden. Diese Daten zeigen, wie sich die Art in Deutschland weiter ausbreitet.

Die Ausbreitung erfolgt langsam und gleichmäßig. Die Tiere wandern aus eigener Kraft nur wenige Kilometer pro Jahr. Manchmal reisen sie als blinde Passagiere weiter. Der NABU dokumentierte 2023 einen solchen Fall in Bremerhaven: Eine Gottesanbeterin reiste an einem Fahrzeug aus dem Porsche-Werk Leipzig bis an die Küste.

Klimawandel verändert die Artenverteilung

Die Ausbreitung der Gottesanbeterin ist kein Einzelfall. Viele wärmeliebende Tierarten gewinnen in Deutschland an Boden. Der Klimawandel verschiebt die Lebensbedingungen. Rheinland-Pfalz mit seinen milden Lagen am Rhein und in der Pfalz gehört zu den Gewinnern dieser Entwicklung, zumindest aus Sicht der Fangschrecke.

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Der Sommer 2026 macht das besonders deutlich. Die Rekordmeldezahlen des NABU belegen, wie stark sich die Population in wenigen Jahren entwickelt hat. Wer die Gottesanbeterin in der Pfalz oder am Rhein entdeckt, sieht ein Tier, das hier längst heimisch geworden ist.

Fazit

Die Gottesanbeterin ist keine Bedrohung. Sie ist ein faszinierendes Raubtier mit strengem Schutzstatus. Wer ihr begegnet, sollte sie respektieren, fotografieren und den Fund melden.