Radschnellwege in RLP: Zehn Jahre Planung, null Fertigstellungen

Radschnellwege in RLP: Zehn Jahre Planung, null Fertigstellungen

Radschnellwege in Rheinland-Pfalz: Zehn Jahre nach der Planung ist keine der sieben geplanten Pendler-Radrouten komplett fertiggestellt.
Veröffentlicht am 27. September 2026
Radschnellwege in RLP: Zehn Jahre Planung, null Fertigstellungen

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Sieben Pendler-Radrouten sollten das Radfahren zur Arbeit in Rheinland-Pfalz attraktiver machen. Die Festlegung stammt aus dem Jahr 2014. Mehr als zehn Jahre später ist keine einzige dieser Strecken komplett fertiggestellt.

Was Pendler-Radrouten leisten sollen

Die Grundidee ist klar: Berufspendler sollen sicher und komfortabel mit dem Fahrrad zur Arbeit gelangen. Dafür braucht es durchgängige Wege von mindestens drei Metern Breite, die vom übrigen Verkehr getrennt verlaufen.

Einheitliche weiß-grüne Markierungen sollen die Routen erkennbar machen, ein hochwertiger Straßenbelag ist ebenfalls vorgeschrieben. Diese Standards hat die Landesregierung selbst definiert. Die Umsetzung bleibt schwierig.

Mainz-Bingen: Teilstück eröffnet, Lücke bleibt

Die Pendler-Radroute zwischen Mainz und Bingen gehört zu den weiter fortgeschrittenen Projekten im Land. Seit 2024 ist der Abschnitt zwischen Bingen und Heidesheim für Radfahrer freigegeben. Bis nach Mainz fehlt die Verbindung jedoch weiterhin.

Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium kündigt an, den weiteren Ausbau bis in die Landeshauptstadt ab 2027 fortzusetzen. Eine vollständige Route gibt es also auch dort bis auf weiteres nicht.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Strecke Mainz-Bingen bereits untersucht. Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche testeten Mitglieder des VCD Rheinland-Pfalz die Route mit Fahrrad und Maßband und prüften, ob die versprochenen Standards eingehalten werden.

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Strukturelle Probleme bremsen den Ausbau

Pendler-Radrouten verlaufen oft über Grenzen mehrerer Kommunen und Landkreise. Das macht Planung und Umsetzung aufwendig: Zuständigkeiten müssen geklärt, Fördermittel beantragt und Baugenehmigungen erteilt werden. Jeder Abschnitt erfordert eigene Abstimmungen.

In dicht besiedelten Bereichen ist es schwierig, Trassen zu finden, die breit genug und vom Autoverkehr getrennt sind. Grundstücksfragen verzögern Projekte zusätzlich.

Sieben Routen, keine einzige komplett

Rheinland-Pfalz hat insgesamt sieben Pendler-Radrouten geplant, die verschiedene Regionen im Land erschließen sollen. Über den genauen Umsetzungsstand der einzelnen Strecken gibt das Verkehrsministerium Auskunft. Fest steht: Keine Route ist bisher in voller Länge befahrbar.

Das unterscheidet Rheinland-Pfalz von anderen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen ist der Radschnellweg Ruhr seit Jahren in Teilen in Betrieb. Auch dort zogen sich einzelne Abschnitte hin, doch Teilstrecken wurden fertiggestellt.

Druck aus der Zivilgesellschaft wächst

Der VCD fordert mehr Tempo beim Ausbau und sieht die Pendler-Radrouten als wichtigen Baustein für klimafreundliche Mobilität. Wer sicher und schnell mit dem Rad zur Arbeit kommt, lässt das Auto öfter stehen.

Die Europäische Mobilitätswoche bietet dafür jährlich eine Plattform. Aktionen wie der Test der Route Mainz-Bingen machen auf Lücken und Mängel aufmerksam. Der VCD Rheinland-Pfalz nutzt solche Gelegenheiten, um Druck auf Politik und Verwaltung auszuüben.

Gute Idee, stockende Umsetzung

Breite, sichere und durchgängige Wege können den Radverkehr stärken. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in Rheinland-Pfalz eine deutliche Lücke. Mehr als zehn Jahre nach den ersten Planungen ist keine Route vollständig fertiggestellt.

Das Verkehrsministerium verweist auf laufende Projekte und Zeitpläne wie den Ausbau der Route Mainz-Bingen ab 2027. Der VCD hält dieses Tempo für unzureichend. Wer das Fahrrad als ernsthaftes Pendlermittel etablieren will, braucht fertige Strecken, keine Teilabschnitte.

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