RLP reformiert Jagdrecht: Wolf, Wild und Klimawandel im Fokus
RLP reformiert Jagdrecht: Wolf, Wild und Klimawandel im Fokus
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Das Landesjagdgesetz in Rheinland-Pfalz soll erneut geändert werden. Die neue Landesregierung hat angekündigt, das 2025 beschlossene Gesetz noch vor seinem vollständigen Inkrafttreten am 1. April 2027 zu überarbeiten. Forstministerin Christine Schneider leitete dazu eine Anhörung im Ministerrat ein.
Ein Gesetz, das noch nicht gilt und schon geändert wird
Das rheinland-pfälzische Landesjagdgesetz wurde 2025 verabschiedet und tritt vollständig erst zum 1. April 2027 in Kraft. Dennoch plant die neue Landesregierung bereits jetzt umfangreiche Korrekturen. Die notwendigen Ausführungsverordnungen fehlen bislang ebenfalls.
Ministerin Schneider betonte bei der Anhörung, dass ein Ausgleich der Interessen im ländlichen Raum möglich sei. Ihr Ziel sind praxistaugliche Regelungen, die vor Ort Akzeptanz finden. Kontroverse Themen wie die Wolfsjagd oder Abschussquoten stehen dabei im Mittelpunkt.
Wolf, Wild und Waldschutz: Die wichtigsten Streitpunkte
Umgang mit dem Wolf
Der Wolf gehört zu den am heftigsten diskutierten Themen. Rheinland-Pfalz will bei konkreten Konflikten handlungsfähig bleiben, ein schrankenloses Jagdrecht auf den Wolf lehnt die Landesregierung jedoch ab. Stattdessen soll ein Managementplan greifen, sobald der Erhaltungszustand der Wolfspopulation als günstig gilt.
Mehr Wild soll geschossen werden
Ein weiterer Kernpunkt sind die Abschussregeln. Das Gesetz sieht vor, mehr Wild zu entnehmen. Hintergrund ist der Waldschutz: Verbiss durch Rehe und andere Wildtiere gefährdet den Waldumbau zu klimaresistenteren Mischwäldern, der ein erklärtes Ziel der Landesforstpolitik ist.
Klimawandel als neuer Maßstab
Der Klimawandel soll künftig stärker als bisher im Jagdrecht berücksichtigt werden. Konkret bedeutet das: Wildbestände sollen so reguliert werden, dass Jungbäume anwachsen können und der Wald langfristig widerstandsfähiger wird.
Weniger Bürokratie, verbotene Praktiken
Neben inhaltlichen Änderungen soll das Gesetz auch bürokratisch entschlackt werden. Einzelne Jagdpraktiken sollen verboten werden. Welche das konkret sind, wird im Rahmen der laufenden Anhörungen noch diskutiert.
Kritiker bemängeln die Verfassungskonformität des bisherigen Gesetzes. Im Koalitionsvertrag der Vorgängerregierung war dem Tierschutz ausdrücklich eine herausragende Bedeutung zugemessen worden. Ob das neue Gesetz diesem Anspruch gerecht wird, ist umstritten.
Politischer Streit um die Jagdpolitik
Das Landesjagdgesetz war von Anfang an politisch umkämpft. Bernhard Cürten kritisiert, dass die Landesregierung nur punktuelle Veränderungen plane, obwohl grundlegenderer Reformbedarf bestehe. Aus der Opposition kommen ähnliche Signale.
Forstministerin Schneider setzt dagegen auf Überzeugung vor Ort. Jagdverbände, Naturschützer, Waldbesitzer und Landwirte sollen in den Prozess eingebunden werden. Die Anhörung im Ministerrat ist ein erster Schritt.
Reform mit offenem Ausgang
Bei der Neugestaltung des rheinland-pfälzischen Jagdrechts prallen viele Interessen aufeinander: Jagd, Naturschutz, Tierschutz und Klimapolitik. Ob das überarbeitete Gesetz bis April 2027 fertig und praxistauglich ist, bleibt offen.