Schneider: RLP setzt auf Laubwald gegen Waldbrandgefahr
Schneider: RLP setzt auf Laubwald gegen Waldbrandgefahr
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Rheinland-Pfalz ist das waldreichste Bundesland in Deutschland. Laut Bundeswaldinventur liegt der Waldanteil bei 43 Prozent. Umweltministerin Christine Schneider (CDU) will die Qualität der Wälder verbessern, durch mehr Mischwald.
85 Prozent der Wälder bereits Mischwald
Rund 85 Prozent der rheinland-pfälzischen Wälder sind laut Ministerium bereits als Mischwälder eingestuft. Schneider sieht das Land beim Waldumbau auf einem guten Weg. Die Forstverwaltungen hätten in den vergangenen Jahren viel geleistet. Dennoch will die Ministerin das Tempo halten.
Schneider nannte die Brandgefahr durch Nadelholz als zentrales Argument. Nadelhölzer seien per se Brandbeschleuniger, sagte sie. Der Laubwaldanteil sei deshalb extrem wichtig. Wälder mit hohem Nadelholzanteil brennen schneller und heißer. Mischwälder mit Laubbäumen sind resistenter gegen Feuer und trockenere Sommer.
Waldumbau als Antwort auf den Klimawandel
Der Umbau hin zu Mischwäldern hat in Rheinland-Pfalz seit Jahren politische Priorität. Hintergrund sind die massiven Schäden durch Trockenheit, Sturm und Schädlingsbefall in reinen Nadelwäldern. Fichten und Kiefern litten besonders stark unter den Trockenjahren. Ganze Waldgebiete wurden kahlgefressen oder fielen dem Borkenkäfer zum Opfer.
Laubbäume wie Eiche, Buche und Hainbuche gelten als anpassungsfähiger. Sie verdunsten Wasser gleichmäßiger, fördern die Biodiversität und schützen den Boden besser. Forstwirte setzen beim Umbau auf natürliche Verjüngung: Samen und Jungbäume wachsen ohne künstliche Pflanzung nach.
Forstbetriebe stehen vor großen Aufgaben
Der Waldumbau braucht Zeit. Forstbetriebe in der Eifel, im Hunsrück, im Pfälzerwald und im Westerwald müssen Flächen, die durch Schadholz gerodet wurden, neu bepflanzen oder der natürlichen Entwicklung überlassen.
Schneider lobte ausdrücklich die Arbeit der Forstverwaltungen. Diese hätten bereits viel erreicht. Nun gelte es, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Konkrete neue Maßnahmen oder Förderprogramme nannte die Ministerin zunächst nicht.
Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich
Mit 43 Prozent Waldanteil liegt Rheinland-Pfalz deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 32 Prozent. Die Größe des Waldbestands macht die Aufgabe zugleich anspruchsvoll: Mehr Fläche bedeutet mehr Kosten und mehr Aufwand bei der Pflege.
Der Pfälzerwald als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands hat dabei besonderes Gewicht. Er ist UNESCO-Biosphärenreservat und touristischer Anziehungspunkt. Auch dort setzt die Forstpolitik auf klimastabile Mischwälder.
Kurs halten, Tempo nicht drosseln
85 Prozent Mischwald sind ein messbarer Fortschritt. Ministerin Schneider will diesen Kurs fortsetzen. Die Brandgefahr durch Nadelholz bleibt dabei ein ernstes Argument: Wälder für wärmere und trockenere Bedingungen umzubauen, ist erklärtes Ziel der Landesforstpolitik.