Telemetrie-Sender auf Pfälzer Weißstörchen: Forschung im Aufwind
Telemetrie-Sender auf Pfälzer Weißstörchen: Forschung im Aufwind
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Pfälzer Weißstörche werden auf ihrem Weg in die Winterquartiere von der Wissenschaft begleitet. Forscher haben Jungstörchen aus der Region Telemetriesender ins Gefieder eingearbeitet. Die Geräte sollen Daten über Flugrouten, Rastplätze und Überlebensraten liefern.
Sender im Gefieder, Daten in der Forschung
Die Sender wurden von Dr. Wolfgang Fiedler und seinem Team befestigt. Fiedler leitet die Vogelwarte Radolfzell. Bei jedem Jungstorch maßen die Helfer Flügellänge, Unterschenkel und Schnabel. Das Gewicht wurde mit einer Paketwaage und einer aufgeschnittenen Tasche erfasst.
Die Telemetrie erlaubt es, die Tiere auf ihrem gesamten Zug zu verfolgen. Bisher war über viele Abschnitte der Pfälzer Zugrouten wenig bekannt. Die neuen Daten sollen diese Lücken schließen.
Bornheim als Zentrum der Storchenforschung
Das Rheinland-Pfälzische Storchenzentrum in Bornheim ist der Knotenpunkt dieser Arbeit. Der Ort in der Südpfalz gilt als einer der storchreichsten Plätze in Rheinland-Pfalz. In Bornheim gibt es regelmäßig mehr als 20 besetzte Nester pro Saison.
Fiedler hielt bereits einen Vortrag im Storchenzentrum in der Kirchstraße 1 über die Telemetrie der Pfälzer Weißstörche. Die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum und der Vogelwarte Radolfzell besteht seit mehreren Jahren.
Früher Abzug, weniger Bruterfolg
Der Herbstzug begann in diesem Jahr früh. Rund 85 Prozent der Pfälzer Störche brachen laut Storchenzentrum Bornheim bereits früh in Richtung Süden auf. Das ist ungewöhnlich früh für die Region.
Die Brutsaison verlief nicht für alle Paare erfolgreich. Störche sind monogam und kehren nach der Überwinterung zum selben Nest zurück. In diesem Jahr fehlte bei mehreren Paaren ein Partner, was die Aufzucht der Jungen erheblich erschwerte.
Was die Daten bringen sollen
Die Telemetrie liefert Informationen über konkrete Rastplätze entlang der Zugroute. Forscher wollen wissen, wo die Tiere rasten, wie lange sie bleiben und welche Verluste auf dem Zug entstehen. Diese Daten sind Grundlage für den Schutz der Art.
Weißstörche gelten in Teilen Europas als Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. In Rheinland-Pfalz erholten sich die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Zugverluste und Lebensraumverluste entlang der Routen sind aber weiterhin ein Problem.
Kooperation trägt Früchte
Die Zusammenarbeit zwischen lokalen Storchenbetreuern und der überregionalen Forschung gilt als Modell. Ehrenamtliche Helfer vor Ort bereiten die Beringung und Vermessung vor, die Wissenschaft wertet die Daten aus und gibt Erkenntnisse zurück.
Für die Pfalz bedeutet das: Jeder Storch, der mit Sender aufbricht, ist ein mobiles Forschungslabor. Die Daten fließen in europäische Zugvogelstudien ein.
Fazit
Die Pfälzer Störche liefern der Vogelforschung konkrete Felddaten über einen der bekanntesten Zugvögel Europas. Das Storchenzentrum Bornheim und die Vogelwarte Radolfzell zeigen, wie lokales Engagement und Wissenschaft zusammenarbeiten.