Wer rettet Tiere in Not? Das Netz der Helfer in RLP
Wer rettet Tiere in Not? Das Netz der Helfer in RLP
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Ein Waschbär steckt in einem Kanalschacht, ein verletztes Reh liegt am Straßenrand, 49 Tiere vegetieren in verwahrlosten Räumen: Tiernot hat viele Gesichter. In Rheinland-Pfalz kümmern sich Feuerwehren, Veterinärämter, Tierschutzvereine und ehrenamtliche Helfer darum. Wer zuständig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Feuerwehr Mainz: Spezialfahrzeug für Tierrettung
Die Feuerwehr Mainz hat eine eigene Lösung entwickelt. Eine spezielle Schicht kümmert sich ausschließlich um sogenannte Kleinalarme, zu denen auch Tierrettungen zählen. Die Feuerwehr setzt dabei ein eigens ausgestattetes Kleinalarmfahrzeug ein. Es ist kompakt, wendig und für viele Lagen geeignet. Das Fahrzeug rückt aus, wenn Tiere in Gefahr sind und keine andere Einheit schneller vor Ort sein kann.
Grundsätzlich gilt in Rheinland-Pfalz: Für Tierrettungen im öffentlichen Raum ist die Feuerwehr zuständig, wenn Gefahr für Mensch oder Tier besteht. Bei Wildtieren übernimmt in vielen Fällen die zuständige Jagdbehörde oder ein beauftragter Jäger die Erstversorgung.
TERRA MATER: Mobiler Tiernotruf seit dem Jahr 2000
Der Tierschutzverein TERRA MATER betreibt seit dem Jahr 2000 einen eigenen Tiernotruf. Er ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar. Der Verein schickt eine mobile Tierrettung aus, die für Kleintiere, Großtiere, Nutztiere, Wildtiere und Reptilien fährt. Das Angebot richtet sich an Menschen, die ein Tier in Not finden und nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen.
Veterinärämter sind tagsüber erreichbar. Nachts oder am Wochenende sind private Initiativen wie TERRA MATER oft die erste verlässliche Anlaufstelle.
Tierhilfe Pfalz: Ehrenamt aus Kaiserslautern
Die Tierhilfe Pfalz wurde 2010 gegründet und hat ihren Sitz in Kaiserslautern. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Spendengelder fließen in Futter, tierärztliche Versorgung und Medikamente. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kastrationsaktionen, mit denen der Verein unkontrollierten Nachwuchs verhindern will.
Solche Vereine nehmen Tiere auf, vermitteln sie und finanzieren teure Behandlungen über Spenden.
Veterinäramt greift durch: Fall im Rhein-Pfalz-Kreis
Mitte Juni rückte das Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises zu einem Einsatz aus. Gemeinsam mit der Kriminalpolizei, dem Ordnungsamt und der Tierrettung befreiten die Behörden 26 Hunde, 17 Katzen und sechs Kaninchen aus einer privaten Haltung. Die Tiere lebten in Räumen voller Fäkalien und Müll, abgemagert und verängstigt.
Das Veterinäramt ist in solchen Fällen die zuständige Behörde. Es kann Tiere beschlagnahmen und strafrechtliche Schritte einleiten. In akuten Fällen arbeitet es eng mit Polizei und Ordnungsamt zusammen.
NABU und Tierschutzbund: Auffang und Pflege für Wildtiere
Der NABU Rheinland-Pfalz führt eine Liste mit Auffang- und Pflegestationen im Land. Diese Stationen nehmen kranke, verletzte oder geschwächte Tiere auf. Ziel ist die Auswilderung, wenn der Gesundheitszustand es erlaubt. Für Wildtiere wie Igel, Vögel oder Fledermäuse sind diese Stationen oft die einzige Option.
Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes zählt mehr als 40 Mitgliedsvereine, 25 davon betreiben eigene Tierheime. Tausende Ehrenamtliche füttern herrenlose Tiere, betreuen Pflegestellen und organisieren Vermittlungen.
Wer ist wann zuständig?
Die Zuständigkeit hängt von der Art der Notlage ab. Bei akuter Gefahr im öffentlichen Raum ist die Feuerwehr der erste Ansprechpartner. Bei Verdacht auf Tiermisshandlung oder Verwahrlosung ist das Veterinäramt zuständig. Für verletzte Wildtiere empfiehlt sich der Kontakt zu einer NABU-Pflegestation oder einem Tiernotruf. Herrenlose Hunde oder Katzen gehören zunächst ins nächste Tierheim.
Starkes Netz, aber unklare Strukturen
Rheinland-Pfalz hat ein dichtes Netz aus behördlichen und ehrenamtlichen Helfern. Feuerwehren, Veterinärämter, private Vereine und Wildtierstationen ergänzen sich. Vielen Bürgern fehlt im Ernstfall aber der schnelle Überblick. Wer ein Tier in Not findet, sollte zunächst die örtliche Feuerwehr oder einen regionalen Tiernotruf anrufen.