Wildschweine auf Friedhöfen: RLP kämpft gegen Tierschäden
Wildschweine auf Friedhöfen: RLP kämpft gegen Tierschäden
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Wildschweine wühlen Gräber auf, reißen Blumen heraus und hinterlassen Verwüstung auf Friedhöfen in Rheinland-Pfalz. Was zunächst nach vereinzelten Vorfällen aussah, wird in mehreren Städten zum ernsthaften Problem. Betroffen sind Koblenz, Kaiserslautern und Trier.
Tiere auf der Suche nach Nahrung
Wildschweine sind Allesfresser. Sie durchwühlen den Boden auf der Suche nach Würmern, Insektenlarven und anderen Kleintieren. Friedhöfe bieten dabei günstige Bedingungen: Die Erde ist dort regelmäßig frisch gelockert, Pflanzen werden gepflegt und gedüngt. Das zieht die Tiere an.
Viele Friedhöfe liegen am Stadtrand, nah an Wäldern und Feldern. Für Wildschweine sind solche Grünflächen leicht erreichbar.
Schäden auf Grabstätten bereiten Hinterbliebenen Kummer
Die Folgen für Trauernde sind erheblich. Gepflegte Gräber werden innerhalb einer Nacht zerstört, Blumenarrangements liegen verstreut, Grabschmuck wird beschädigt oder verschleppt. Für Angehörige, die die Ruhestätten ihrer Verstorbenen besuchen, ist das ein schmerzhafter Anblick.
Friedhofsverwaltungen in betroffenen Städten stehen vor der Frage, wie sie die Tiere fernhalten können. Zäune sind aufwendig und teuer, eine vollständige Einfriedung großer Friedhofsanlagen in vielen Fällen kaum realisierbar.
Koblenz, Kaiserslautern und Trier besonders betroffen
In Koblenz, Kaiserslautern und Trier haben die Vorfälle nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ein Ausmaß erreicht, das die Verwaltungen beschäftigt. Details zu konkreten Maßnahmen einzelner Kommunen lagen zunächst nicht vor. Ein einfaches Gegenmittel gibt es nicht.
Wildschweine sind nachtaktiv und kommen bevorzugt in den Abend- und Morgenstunden. Eine Kontrolle durch Friedhofspersonal ist zu diesen Zeiten kaum möglich.
Wildtiere im Stadtgebiet
Das Problem auf den Friedhöfen steht nicht allein. In vielen deutschen Städten dringen Wildschweine in Siedlungsbereiche vor, Parks, Sportplätze und Gärten eingeschlossen. Die Tiere zeigen kaum noch Scheu vor menschlichen Siedlungen.
Rheinland-Pfalz hat eine der höchsten Wildschweinpopulationen Deutschlands. Das Land ist von dichten Wäldern geprägt, besonders in der Eifel, im Hunsrück und im Pfälzerwald. Von dort breiten sich die Tiere in angrenzende Städte aus.
Jagd als Steuerungsinstrument
Die Jagd gilt als wichtigstes Mittel zur Regulierung der Wildschweinbestände. In städtischen Bereichen ist sie jedoch stark eingeschränkt. Innerhalb von Ortschaften und auf Friedhöfen darf in der Regel nicht gejagt werden. Das schützt die öffentliche Sicherheit, begrenzt aber die Möglichkeiten der Bestandskontrolle.
Einige Kommunen setzen auf Vergrämungsmaßnahmen wie akustische Abschreckung, Duftstoffe oder Lichtinstallationen. Wie wirksam solche Methoden dauerhaft sind, ist unter Fachleuten umstritten. Wildschweine sind lernfähig und gewöhnen sich an viele Reize.
Kommunen brauchen praktikable Lösungen
Das Aufeinandertreffen von Wildtieren und städtischer Infrastruktur stellt Kommunen vor Probleme, für die es keine schnellen Antworten gibt. Gefragt sind abgestimmte Konzepte aus Stadtplanung, Jagdrecht und Wildtiermanagement. Solange die Wildschweinpopulation in Rheinland-Pfalz auf hohem Niveau bleibt, werden solche Konflikte anhalten.